Jaakkima Rösler als Achter im Ziel

 

Schlüchterner läuft 400 Meter bei den süddeutschen Meisterschaften

 

Bei den süddeutschen Leichtathletik-Meisterschaften der Männer, Frauen, männlichen und weiblichen U-18-Jugend in Wetzlar hatten die Sportler mit brütender Hitze zu kämpfen. Jaakkima Rösler (U-18) von der SG Schlüchtern wurde Achter im 400-Meter-Lauf.

Mit Kathrin Klaas, der Fünften im Hammerwurf von London und der Silbermedaillengewinnerin im Speerwurf, Christina Obergföll, waren auch zwei Olympiateilnehmerinnen am Start. Beide wurden souverän Meister.

Für die SG Schlüchtern waren Aleksi Rösler (400 und 800 Meter) und sein Zwillingsbruder Jaakkima (400 Meter) gemeldet. Aleksi konnte wegen eines Trainingsunfalls mit Knochenabsplitterungen am rechten Ringfinger nicht antreten. „Über 400 Meter war er nicht explosiv genug aus dem Startblock gekommen, um gleich die nötige Geschwindigkeit für den Langsprint aufzunehmen. Über 800 Meter war angesichts der zu erwartenden Rangeleien während des Wettkampfs das Sturzrisiko zu hoch. Ein Sturz hätte eine Verschlimmerung der Verletzung mit sich bringen können. Der Arzt hatte ihm deshalb einen Start verboten“, berichtete Betreuer und Vater Andreas Henrich.

So trat nur Jaakkima über die klassische Stadionrunde an. Bei drei Zeit-Endläufen startete er am zweitschnellsten und ging bei brütender Mittagshitze am Sonntag nicht schnell genug an. Lief bis zur 200-Meter-Zwischenzeit nur in etwa 25,5 Sekunden an. Die zweite halbe Stadionrunde lief dann deutlich besser für ihn: Er konnte auf seiner sehr starken Zielgeraden noch Plätze gutmachen, beendete seinen Lauf mit angesichts der Hitze guten 52,20 Sekunden. Unter den 16 Athleten belegte Jaakkima einen guten achten Platz. Sieger wurde Steffen Schattner vom ASC Darmstadt in 49,60 Sekunden. Zufrieden war Jaakkima deshalb, weil er das zweitbeste Ergebnis des jüngeren Jahrgangs 1996 abgeliefert hatte. „Die ersten 200 Meter habe ich zwar ziemlich verschlafen. Aber danach lief es wirklich prima und ich konnte noch einige Plätze gutmachen“, konstatierte er nach dem Wettkampf. Andreas Henrich freute sich besonders über die wiederum enorm starke Zielgerade seines Sohnes: „Wenn die meisten anderen auf den letzten Metern eingehen, kann Jaakkima meist noch voll durchziehen und Plätze gutmachen. Diese Tempohärte hat er seiner jahrelangen Erfahrung als Straßenläufer zu verdanken.“

Als eine Läuferin im 800-Meter-Lauf der Frauen nach 600 Metern kollabierte und für etwa 20 Minuten nicht mehr ansprechbar war, waren die Betreuer der SG plötzlich gefordert. Die beiden SG-ler eilten bei der jungen Frau zu Ersten Hilfe und vor allem Andreas Henrich half auch den Sanitätern und dem herbeigerufenen Notarzt, bis die Sportlerin ins Krankenhaus eingeliefert werden konnte.

Die Röslers wollen nun noch den einen oder anderen gut besetzten Wettkampf im September besuchen, um bei dann hoffentlich kühleren Temperaturen ihre Bestzeiten über 400 Meter und über 800 Meter möglichst nochmals zu verbessern. Die hessischen Crossmeisterschaften im Dezember in Hilders haben sie ebenfalls im Visier.