Hessische Leichtathletikmeisterschaften: Pohl holt 100- und 200-m-Titel

Die Gebrüder Rösler von der SG Schlüchtern haben bei den hessischen Meisterschaften der Leichtathleten mit ihrem Doppelsieg im 400-Meter-Lauf der männlichen Jugend U 18 für Furore gesorgt. Für einen weiteren Paukenschlag aus dem Bergwinkel sorgte der Schlüchterner Michael Pohl mit seinem Doppelsieg über 100 und 200 Meter der Männer.

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Besoinders der erste Tag der hessischen Meisterschaften der Leichtathleten der Aktiven und des U-18-Nachwuchses in Bad Homburg nahm für die Sportler aus den Bergwinkel einen sensationellen Verlauf. Mit je zwei Gold- und Silbermedaillen sowie einmal Bronze kehrten die Spint-Asse aus Schlüchtern, Vollmerz, Steinau, Seidenroth und Wallroth nach Hause zurück.

Wenngleich am Samstag bei böigen Winden im 400-Meter-Lauf der U 18 keine Bestleistungen zu erwarten waren, drückten die 17-jährigen Rösler-Zwillinge aus Vollmerz dem Rennen ihren Stempel auf. Vor der großen Fangemeinde aus Eltern, Großeltern und Geschwistern überraschten sie bei ihrem souveränen Doppelerfolg über die Stadionrunde die Fachwelt einmal mehr.

Nach einem fulminanten Rennen wurden die Rösler-Zwillinge ihrer Favoritenrolle gerecht und distanzierten die übrige Konkurrenz klar. Aleksi hatte mit dem stärkeren Stehvermögen in 50,31 Sekunden mit einen Wimpernschlag die Nase vor Jaakkima (50,38), der sich über Silber freuen durfte. Dritter wurde Tilmann Garthe von der LG Eder in 51,54 Sekunden mit über einer Sekunde Rückstand auf das Spitzenduo – eine Differenz, die Welten gleichkommt.

Den ausgezeichneten fünften Platz belegte in dem elfköpfigen Teilnehmerfeld Oliver Egner (SG Schlüchtern). Der Steinauer erzielte in 52,19 Sekunden eine neue persönliche Bestleistung (bisher 52,42). Der 400-Meter-Lauf der männlichen U 18 mit dem Brüder-Duell der Rösler-Zwilllinge entwickelte sich zu einem echten Herzschlagfinale: Jaakkima auf Bahn vier startend mit seinen Bruder Aleksi auf Bahn drei im Rücken erwischte den besseren Start und führte zunächst. Nach 200 Metern schloss Aleksi auf, ehe beide etwa gleichauf in die Zielgerade einbogen. „Auf den letzten 50 Metern haben sich beide eine tollen Kampf geliefert und sind Brust an Brust ins Ziel gestürmt“, berichtete Mutter Jeannette Rösler beeindruckt von dem packenden Rennen. Es sei ein grandioser, bis zum Schluss offener Lauf gewesen. „Ich wusste nicht wer gewonnen hat. Aleksi hat mir dann gesagt, er habe die Nase vorne gehabt“, so Jeannette Rösler.

Nachdem Jaakkima Rösler bereits im Frühjahr Hallen-Hessenmeister wurde, war es für Aleksi der erste Hessenmeistertitel – und dies, obwohl er nach einem Handbruch erst seit zwei Wochen wieder im Training ist.
Für eine weitere positive Überraschung sorgte die 4-x-100-Meter-Staffel der männlichen U 18 der SG Schlüchtern. Sie knackte mit 44,22 Sekunden die Qualifikationsnorm (44,80 Sekunden) für die deutschen Jugendmeisterschaften (26. bis 28. Juli 2013 in Rostock) und sicherte sich in der Besetzung Timo Triebensky, Jaakkima Rösler, Oliver Egner und Aleksi Rösler sensationell die Bronzemedaille.

Dieser Erfolg erscheint vor dem Hintergrund, dass Aleksi, Jaakkima und Oliver bereits eineinhalb Stunden vorher die 400 Meter gelaufen sind und der erst 15-jährige Startläufer Timo Triebensky aus Wallroth grippegeschwächt nicht seine Normalleistung abrufen konnte, noch beachtlicher. Erster wurde der Wiesbadener LV mit neuem Hessenrekord von 42,10 Sekunden vor der LG Eintracht Frankfurt (44,05 sec.). Die Staffel der SG Schlüchtern ließ sogar die Läufer der Startgemeinschaft Darmstadt/Wehrheim/ Herborn hinter sich.
Der Schlüchterner Michael Pohl, der sich zu Jahresbeginn der LG OVAG Friedberg-Fauerbach angeschlossen hat und bis dahin für die SGSchlüchtern (SGS) startete, wurde Hessenmeister im 100-Meter-Finale der Männer dank der Zeit von 10,67 Sekunden vor Benjamin Brömme (LG Eintracht-Frankfurt, 10,73) und Felix Göltl (HTG Bad Homburg 10,78). Schließlich wurde Pohl als Schlussläufer mit der LG OVAG Friedberg-Fauerbach in 42,58 Sekunden hessischer Vizemeister der 4-x-100-Meter-Staffel der Männer, in der an Position drei Sven Vesmanis aus Seidenroth lief. Hinter Hessenmeister Darmstadtt/Allendorf/Wehrheim (42,57) verpassten die beiden ehemaligen SGS-Sprinter um den Wimpernschlag von 0,01 Sekunden Gold.

Am zweiten Tag der Hessenmeisterschaft ging dann gestern der Stern von Michael Pohl vollends auf. Nach dem Sieg über 100 Meter schnappte sich der Schlüchterner auch den Titel über die 200 Meter der Männer. Der zweifache Hessenmeister Pohl siegte in glänzenden 21,96 Sekunden erneut vor Benjamin Brömme von der LG Frankfurt (22,03).

Wie bereits am Vortag, an dem sie Gold und Silber über 400 Meter holten, lieferten sich im 200-Meter Finale der U18 Rösler-Brüder Aleksi und Jaakkima erneut ein Brust-an-Brust-Rennen mit Zielfoto-Entscheid. Im Kampf um die Bronzemedaille hatte dieses Mal Jaakkima in 23,05 Sekunden hauchdünn um 0,02 Sekunden die Nase vor Aleksi (23.07) vorne. Oliver Egner (SG Schlüchtern) belegte im Speerwurf der U 18 mit 46,61 Metern einen ausgezeichneten fünften Platz.

Für vier weitere Sprinter aus dem oberen Kinzigtal kam nach den 100-Meter-Vorläufen das Aus. Obwohl Joshua Pfeifer vom TV Salmünster in 11,91 Sekunden der zweitschnellste Starter im ersten U-18-Vorlauf war, schied er ebenso aus wie der grippegeschwächte Timo Triebensky von der SG Schlüchtern (12,75). Auch Mario Böhm von der SG Schlüchtern (11,67) und Sven Vesmanis schieden in den 100-Meter-Vorläufen der Männer vorzeitig aus.

 

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